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Wohnbereich mit dunklem Ecksofa, warm leuchtenden Pendelleuchten und türkisfarbener indirekter Beleuchtung

Loxone App: Lichtstimmungen für den Herbst anpassen

Im Sommer genügte abends vielleicht die Leuchte am Sofa. Im Oktober werden Esstisch, Wohnbereich und indirektes Licht deutlich früher gebraucht – und eine gespeicherte Lichtstimmung wirkt plötzlich zu hell oder ungleichmäßig. In diesem Tutorial legen Sie in der Loxone App eine eigene Herbststimmung an, stimmen die vorhandenen Lichtkreise aufeinander ab und prüfen anschließend, ob sich das Ergebnis zuverlässig wieder aufrufen lässt. Dafür muss eine bereits eingerichtete Anlage nicht neu programmiert werden.

Das Ergebnis und die Voraussetzungen

Am Ende haben Sie eine benannte Lichtstimmung, beispielsweise „Herbstabend“, die mit einem Aufruf die gewünschten Lichtkreise einstellt. Sie kennen außerdem den Unterschied zwischen einer vorübergehenden Änderung und einer gespeicherten Stimmung. Eine neue Zeit- oder Präsenzautomatik richten wir hier bewusst nicht ein.

Sie benötigen:

  • Eine betriebsbereite Loxone-Anlage mit eingerichteter Lichtsteuerung für den betreffenden Raum.
  • Die Loxone App und einen Benutzerzugang, der die Lichtsteuerung bedienen und Stimmungen bearbeiten darf.
  • Bereits eingebundene Leuchten beziehungsweise Lichtkreise. Die App ergänzt keine fehlende Verkabelung oder Ansteuerung.
  • Einen ruhigen Moment nach Einbruch der Dämmerung. Planen Sie etwa 20 bis 30 Minuten für Einstellen, Vergleichen und Testen ein.

Wichtig für die Orientierung: Eine Lichtstimmung gehört zur Lichtsteuerung eines Raums. Eine übergreifende Szene kann dagegen zusätzlich beispielsweise Beschattung oder Audio bedienen. Für dieses Tutorial öffnen Sie die Lichtsteuerung im Raum, nicht die allgemeine Szenenverwaltung.

Schritt 1: Ausgangszustand festhalten

Öffnen Sie in der App den gewünschten Raum und anschließend dessen Lichtsteuerung. Wählen Sie eine bekannte Alltagsstimmung und notieren Sie ihren Namen. Halten Sie bei Bedarf die sichtbaren Einstellungen mit einem privaten Screenshot fest. Das erleichtert den Vergleich und die Rückkehr zum bisherigen Licht.

Prüfen Sie nun die einzeln angezeigten Lichtkreise: Welcher Regler gehört zum Esstisch, welcher zur indirekten Beleuchtung, welcher zur Stehleuchte? Verändern Sie jeweils nur einen Kreis und beobachten Sie die Reaktion im Raum. Stellen Sie ihn danach wieder zurück.

Reagieren mehrere Leuchten gemeinsam, sind sie möglicherweise als Gruppe zusammengefasst. Die App kann aus einer gemeinsam angesteuerten Gruppe nicht nachträglich mehrere unabhängige Lichtkreise machen. Unklare Bezeichnungen oder fehlende Kreise sollte der betreuende Loxone Partner in der Konfiguration prüfen.

Schritt 2: Eine eigene Herbststimmung anlegen

Öffnen Sie innerhalb der Raum-Lichtsteuerung die erweiterten Optionen. Loxone beschreibt dafür den Weg über „Mehr“ und den Bereich „Stimmungen“. Je nach App-Version und Ansicht können Anordnung und Bezeichnung abweichen; entscheidend ist die Stimmungsverwaltung dieser Lichtsteuerung.

Wählen Sie dort die Funktion zum Anlegen einer neuen Stimmung und geben Sie ihr einen eindeutigen Namen, etwa „Herbstabend“. Übernehmen Sie die gewünschten Lichtkreise beziehungsweise stellen Sie diese im Stimmungseditor ein. Bearbeiten Sie zunächst eine neue Stimmung, damit Ihre bisherige Alltagsstimmung erhalten bleibt.

Fehlt die Möglichkeit zum Erstellen oder Bearbeiten, prüfen Sie zuerst die Benutzerrechte mit dem Anlagenbetreuer. Das ist kein Grund, die Anlage zurückzusetzen oder einen neuen Lichtsteuerungsbaustein anzulegen.

Zwischenziel: Die neue Stimmung ist eindeutig benannt und gehört zum richtigen Raum. Ein bloßes Verschieben von Helligkeitsreglern in der normalen Bedienansicht ist noch kein verlässlicher Nachweis, dass die benannte Stimmung geändert wurde.

Schritt 3: Erst die Lichtverteilung, dann die Helligkeit abstimmen

Beginnen Sie mit der Leuchte, die die aktuelle Tätigkeit unterstützt. Am Esstisch müssen Gesichter und Tischfläche angenehm erkennbar bleiben. Soll später gelesen werden, benötigt der Leseplatz zusätzlich geeignetes Licht; eine gedimmte Wohnraumstimmung ersetzt dieses nicht automatisch.

Stimmen Sie danach die übrigen Kreise ab:

  1. Tisch- oder Nutzlicht einstellen: So hell, dass die geplante Tätigkeit bequem möglich ist, ohne störenden Einblick in die Lichtquelle.
  2. Indirektes Licht ergänzen: Nur so weit erhöhen, dass Wände und Raumgrenzen angenehm erkennbar werden.
  3. Akzentlicht dosieren: Regal- oder Dekorationslicht soll die Hauptbeleuchtung unterstützen, nicht überstrahlen.
  4. Nicht benötigte Kreise ausschalten: Kontrollieren Sie auch Leuchten außerhalb Ihres unmittelbaren Blickfelds.
  5. Von den üblichen Plätzen beurteilen: Setzen Sie sich auf Sofa und Esszimmerstuhl und prüfen Sie Spiegelungen in Fenstern oder Bildschirmflächen.

Die Prozentwerte in der App sind keine vergleichbaren Luxwerte. 30 Prozent bei einem LED-Band können ganz anders wirken als 30 Prozent bei einer Pendelleuchte. Arbeiten Sie deshalb mit kleinen Änderungen und beurteilen Sie die tatsächliche Lichtwirkung. Pauschale Prozentrezepte passen selten zu unterschiedlichen Leuchten und Räumen.

Wenn ein Lichtkreis bei niedriger Einstellung flackert, ausgeht oder nicht zuverlässig wieder startet, erhöhen Sie ihn zunächst auf einen stabilen Wert. Die Ursache kann in der Kombination aus Leuchtmittel, Treiber und Dimmung liegen. Mehr dazu erklärt unser Ratgeber Herbstlicht dimmen: Was Leuchten wirklich können.

Schritt 4: Lichtfarbe nur bei geeigneten Kreisen ändern

Bietet der betreffende Lichtkreis einen Farb- oder Weißlichtregler, können Sie seine Lichtfarbe im unterstützten Bereich anpassen. Für einen ruhigen Herbstabend kann warmes Weiß ein sinnvoller Ausgangspunkt sein. Farbige Akzente sind optional; prüfen Sie, ob sie zur Nutzung und Einrichtung passen.

Eine Leuchte mit festem Warmweiß wird durch die App nicht zu Tunable White. Ebenso bedeutet Dim to Warm nicht, dass Helligkeit und Farbtemperatur unabhängig voneinander einstellbar sind: Bei solchen Leuchtmitteln verändert sich die Lichtfarbe mit der Dimmung. Welche Regler sinnvoll verfügbar sind, hängt vom Leuchtmittel und der tatsächlich eingerichteten Ansteuerung ab.

Für den ersten Vergleich arbeiten Sie mit einer festen Einstellung. Ist für einen unterstützten Kreis bereits Tageslichtsteuerung aktiv, kann sich dessen Lichtfarbe im Tagesverlauf verändern. Prüfen Sie daher, ob Sie eine konstante Abendstimmung oder bewusst diesen dynamischen Verlauf möchten. Ändern Sie keine anderen Raumfunktionen nebenbei.

Schritt 5: Speichern und durch erneutes Aufrufen kontrollieren

Schließen Sie die Bearbeitung mit der angebotenen Speicher- beziehungsweise Bestätigungsfunktion ab. Verlassen Sie den Editor und kontrollieren Sie, ob „Herbstabend“ in der Stimmungsübersicht erscheint.

Jetzt folgt der wichtigste Test:

  1. Rufen Sie eine andere vorhandene Stimmung auf.
  2. Wählen Sie anschließend „Herbstabend“ erneut.
  3. Vergleichen Sie die Lichtkreise und die sichtbare Wirkung mit Ihrem gewünschten Ergebnis.
  4. Schalten Sie die Raumbeleuchtung aus und rufen Sie „Herbstabend“ noch einmal auf.
  5. Prüfen Sie insbesondere die Kreise mit niedriger Helligkeit: Starten sie ohne Flackern und bleiben sie stabil?

Weicht das Ergebnis ab, öffnen Sie erneut die gespeicherte Stimmung und kontrollieren Sie deren Werte. Stellen Sie außerdem sicher, dass nicht mehrere Stimmungen eingemischt sind. Loxone dokumentiert für gemeinsam verwendete Ausgänge beim Mischen den Vorrang der höheren Helligkeit. Eine zusätzliche Stimmung kann Ihren bewusst niedrigen Wert daher überlagern.

Dieser Test benötigt weder einen Neustart des Miniservers noch Änderungen an der Elektroinstallation.

Schritt 6: Das Verhalten im Alltag prüfen

Eine neue Lichtstimmung ändert nicht automatisch die Belegung eines Tasters oder die Präsenzautomatik. Rufen Sie die Stimmung deshalb zunächst gezielt über die App auf. Soll sie später auch per Touch oder automatisch starten, muss die entsprechende Zuordnung separat geprüft werden.

Beobachten Sie den Raum anschließend bei normaler Nutzung: Bleibt die gewünschte Lichtwirkung erhalten? Wird das Licht durch eine vorhandene Automatik verändert oder nach Verlassen des Raums ausgeschaltet? Solche Vorgänge sind nicht automatisch ein Speicherfehler. Die Lichtsteuerung besitzt eigene Einstellungen für Präsenz, Bewegung und die Nachlaufzeit nach manueller Bedienung.

Wenn die Stimmung manuell korrekt zurückkehrt, aber die Automatik nicht wie gewünscht reagiert, trennen Sie beide Aufgaben. Lassen Sie die gespeicherte Stimmung bestehen und prüfen Sie die Automatik gezielt anhand unseres Tutorials Loxone-Präsenzlicht: Helligkeit und Nachlauf einstellen.

Welche Rolle spielen aktuelle Leuchten und App-Neuheiten?

Loxone stellt mit Config und App 17.2 unter anderem den Ambient Mode vor. Für dieses Tutorial ist das nicht die Voraussetzung: Es geht um das Erstellen und Speichern von Lichtstimmungen, nicht um einen neuen Darstellungsmodus. Den Unterschied erläutert unser Beitrag zum Loxone Ambient Mode.

Auch wenn Sie aktuelle Leuchten von Molto Luce oder Faro ergänzen möchten, bleibt die Reihenfolge gleich: zuerst die konkrete Ausführung und deren Ansteuerung klären, dann den eingebundenen Lichtkreis in einer Stimmung verwenden. Eine neue Designleuchte ist nicht allein aufgrund ihres Herstellers über Loxone dimmbar.

Bei Emilum gibt es im 24-V-Sortiment unter anderem feste Weißlicht-, Dim-to-Warm-, Tunable-White- und RGBW-Ausführungen. Diese Unterschiede sind für die verfügbaren Regler wesentlich. Ein vorhandenes System benötigt jedoch keinen Produktwechsel, nur um eine unpassende Abendstimmung zu verbessern. Oft genügt das sorgfältige Abstimmen der bereits vorhandenen Kreise.

Abschlusscheck: Ist Ihre Herbststimmung fertig?

  • Die Stimmung trägt einen eindeutigen Namen und ist im richtigen Raum gespeichert.
  • Nach dem Wechsel zu einer anderen Stimmung kehren die gewünschten Einstellungen zurück.
  • Nach dem Ausschalten starten alle benötigten Leuchten zuverlässig.
  • Tischfläche, Gesichter und Laufwege sind für die geplante Nutzung ausreichend erkennbar.
  • Vom Sofa und vom Esstisch aus stören weder Blendung noch starke Spiegelungen.
  • Lichtfarbe und Dimmung passen zu den tatsächlichen Fähigkeiten der Leuchten.
  • Das Verhalten von Präsenzautomatik und Taster ist geprüft und wird nicht mit dem Speichern verwechselt.

Ist diese Liste erfüllt, haben Sie eine nachvollziehbar getestete Lichtstimmung für die dunklere Jahreszeit. Für weitere Abende lässt sich dasselbe Vorgehen wiederholen – mit klar benannten Stimmungen und möglichst wenigen Änderungen auf einmal.

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