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Wohn- und Essbereich mit indirekter Beleuchtung, Pendelleuchten und einem Übergang zur Sitzecke

Loxone-Präsenzlicht im Herbst einstellen: Helligkeit und Nachlauf

Morgens bleibt es länger dunkel, nachmittags wechseln Sonne und Wolken: Im Oktober zeigt sich schnell, ob die Lichtautomatik zum Alltag passt. Dieses Tutorial führt Sie durch die Einstellung eines Loxone-Präsenzmelders Tree mit dem Baustein Lichtsteuerung. Am Ende schaltet sich eine passende Grundbeleuchtung bei zu wenig Tageslicht ein, bleibt während der erkannten Anwesenheit aktiv und geht nach dem Verlassen wieder aus – ohne die Nachlaufzeit am falschen Baustein zu suchen.

Ziel und Voraussetzungen

Wir richten die Automatik beispielhaft für einen Wohn- oder Essbereich ein. Es geht nicht um eine zusätzliche Abendlichtszene, sondern um das Zusammenspiel von Präsenz, Helligkeit und Ausschaltverhalten. Die Werte sind ein nachvollziehbares Einstellbeispiel, keine allgemeingültigen Beleuchtungsnormen.

Sie benötigen einen betriebsbereiten Loxone Miniserver, Zugriff auf dessen Projekt in Loxone Config, einen bereits eingelernten Präsenzmelder Tree oder Deckeneinbau Tree sowie funktionierende Lichtkreise. Die hier beschriebenen Sensoreigenschaften beziehen sich auf diese Tree-Varianten. Bei Air-Geräten oder Fremdmeldern müssen die verfügbaren Signale und Parameter anhand ihrer jeweiligen Dokumentation geprüft werden.

Die Leuchten sollen bereits über den vorgesehenen Aktor bedienbar sein. Eine schaltbare Leuchte wird durch das Tutorial nicht dimmbar; eine Warmweiß-Leuchte bekommt keine veränderbare Farbtemperatur. Arbeiten an Leitungen, Netzteilen und der Elektroinstallation gehören zur Elektrofachkraft. Für die folgenden Schritte wird ausschließlich eine bestehende Konfiguration angepasst.

Wer zuerst die Platzierung des Melders prüfen möchte, findet im Ratgeber Loxone-Präsenzmelder planen die passende Grundlage.

Schritt 1: Projekt sichern und einen Testraum auswählen

Laden Sie das aktuelle Projekt aus dem Miniserver und speichern Sie eine eindeutig benannte Sicherung. Notieren Sie vor der Änderung die vorhandenen Automatikregeln und Zeitwerte des Testraums. Ändern Sie zunächst nur diesen Raum, nicht alle Lichtsteuerungen des Hauses gleichzeitig.

Prüfen Sie in der Live-Ansicht, ob Bewegung und Präsenz beim Betreten tatsächlich erkannt werden. Beobachten Sie auch den Helligkeitswert. Ein falsch ausgerichteter oder verdeckter Sensor lässt sich nicht durch eine besonders lange Nachlaufzeit sinnvoll ersetzen. Testen Sie deshalb den üblichen Weg zur Sitzgruppe und den Platz, an dem Sie abends länger sitzen.

Zwischenergebnis: Sie haben eine rückspielbare Sicherung und sehen verlässliche Sensorsignale des ausgewählten Raums.

Schritt 2: Präsenz und Helligkeit richtig verbinden

Öffnen Sie die Lichtsteuerung des Testraums. Verbinden Sie das Signal Präsenz des Tree-Melders mit dem Eingang P der Lichtsteuerung. Den Helligkeitswert verbinden Sie mit Br. Die bestehende manuelle Bedienung, beispielsweise über einen Touch an einem T5-Eingang, bleibt erhalten.

Die beiden Signale erledigen unterschiedliche Aufgaben: Präsenz beantwortet, ob der Raum genutzt wird. Helligkeit entscheidet, ob die Automatik bei ausgeschaltetem Licht zusätzliches Licht benötigt. Der Luxwert des Deckensensors beschreibt dabei seinen Messort – nicht automatisch die Beleuchtungsstärke auf dem Tisch.

Sind mehrere Melder über einen Präsenzbaustein zusammengeführt, prüfen Sie zunächst diesen vorhandenen Signalweg. Ersetzen Sie ihn nicht ungeprüft durch einen einzelnen Melder. Für unser einfaches Beispiel reicht ein klar nachvollziehbarer Präsenzpfad zur Lichtsteuerung.

Wichtig: Das separate Bewegungssignal an Mo und das Präsenzsignal an P sind keine austauschbaren Namen. Sie führen zu unterschiedlichen Einstellungen der Nachlaufzeit.

Schritt 3: Eine zurückhaltende Automatikstimmung anlegen

Öffnen Sie per Doppelklick die Einstellungen der Lichtsteuerung. Legen Sie im Bereich „Stimmungen“ eine Stimmung mit einem eindeutigen Namen wie „Grundlicht Herbst“ an. Verwenden Sie dafür eine blendfreie Grundbeleuchtung, beispielsweise indirektes Licht oder einen passenden Deckenlichtkreis. Die Pendelleuchte für Essen oder konzentriertes Arbeiten muss nicht automatisch mit voller Helligkeit starten.

Stellen Sie dimmbare Kreise zunächst auf eine angenehm zurückhaltende Helligkeit und prüfen Sie diese im echten Raum. Ein Prozentwert lässt sich nicht sinnvoll von einer Leuchte auf eine andere übertragen: Lichtstrom, Abstrahlung und Einrichtung beeinflussen das Ergebnis.

Weisen Sie im Tab „Automatik“ die Stimmung dem gewünschten Betriebsmodus zu. Für dieses Beispiel wählen Sie die Aktion „Wechsel zu wenn Alles aus“. Damit wird die Stimmung nur aktiviert, wenn noch kein Licht eingeschaltet ist. Kontrollieren Sie außerdem, dass der Parameter Pm auf 0 steht, wenn die Zuordnung aus dem Automatik-Tab verwendet werden soll. Ein anderer gültiger Stimmungswert in Pm kann diese Auswahl bestimmen.

Prüfen Sie aktive Betriebsmodi und deren Priorität. Eine höher priorisierte Nachtregel kann absichtlich eine andere Stimmung wählen. Behalten Sie eine sinnvolle vorhandene Nachtfunktion bei, statt sie durch die Herbst-Einstellung zu überschreiben.

Schritt 4: Die Helligkeitsschwelle am Raum ausrichten

Der Parameter Brt ist die Helligkeitsschwelle der Lichtsteuerung. Überschreitet der Wert an Br diese Schwelle, wird die Präsenz- beziehungsweise Bewegungsautomatik unterdrückt. Der dokumentierte Standardwert beträgt 30 Lux; das ist ein Software-Standard und keine Empfehlung für die Helligkeit Ihres Wohnzimmers.

So finden Sie einen brauchbaren Wert:

  1. Schalten Sie die Raumbeleuchtung aus und beobachten Sie den Sensorwert bei Tageslicht.
  2. Warten Sie auf den Zeitpunkt, an dem zusätzliches Licht aus Ihrer Sicht sinnvoll wird.
  3. Notieren Sie den dann gemessenen Wert am Sensor.
  4. Stellen Sie Brt etwas oberhalb dieses Werts ein und testen Sie die Aktivierung erneut.

Ein reines Rechenbeispiel: Meldet der Sensor bei gewünschtem Einschaltbeginn 55 Lux, können 60 Lux als erster Testwert dienen. Zeigt er am nächsten helleren Nachmittag 110 Lux, soll das automatische Einschalten ausbleiben. Beide Zahlen sind nur Beispielwerte für die Funktionsprüfung.

Wiederholen Sie den Versuch mit Ihrer üblichen Beschattung. Geschlossene Jalousien verändern den Messwert erheblich. Brt ist keine vollständige Konstantlichtregelung: Erwarten Sie nicht, dass diese eine Schwelle allein das eingeschaltete Licht kontinuierlich auf einer festen Arbeitsplatzhelligkeit hält.

Schritt 5: Nachlaufzeit dort einstellen, wo sie wirkt

Bei unserem Anschluss an P öffnen Sie die Eigenschaften des Tree-Präsenzmelders und prüfen „Nachlaufzeit Präsenz“. Der dokumentierte Standardwert beträgt 300 Sekunden. Für den ersten Test können Sie diese fünf Minuten beibehalten und anschließend an die Nutzung anpassen.

Der entscheidende Punkt: Moet in der Lichtsteuerung verlängert nicht den Präsenzeingang P. Eine dort eingetragene Viertelstunde behebt deshalb keine zu kurz eingestellte Präsenzdauer des Melders. Die automatisch eingeschaltete Stimmung bleibt bei diesem Signalweg grundsätzlich so lange aktiv, wie Präsenz anliegt; manuelle Eingriffe und weitere Regeln müssen separat berücksichtigt werden.

Beim Tree-Melder aktiviert Bewegung die Präsenz. Bewegung und ausreichend laute Geräusche können sie erhalten. Wird das Licht beim stillen Lesen zu früh ausgeschaltet, prüfen Sie zunächst Erfassungsbereich und Sensoreigenschaften. Wird es im leeren Raum durch einen Geschirrspüler zu lange gehalten, kontrollieren Sie die Lautstärkeschwelle Präsenz anhand des dafür vorgesehenen Diagramms. Ein weiterer relevanter Parameter ist „Präsenzdauer ohne Bewegung“: Er begrenzt eine ausschließlich durch Geräusche gehaltene Präsenz.

Alternativer Signalweg mit Mo: Verwenden Sie bewusst ein Bewegungssignal an Mo, beginnt die Verlängerung Moet erst, wenn Mo wieder auf 0 fällt. Eine bereits im Melder eingestellte Bewegungsnachlaufzeit läuft zuvor. Beachten Sie außerdem die Wechselwirkung mit Met laut Bausteindokumentation. Stellen Sie nicht beide Signalwege versuchsweise parallel ein – sonst wird schwer erkennbar, welche Zeit das Licht gerade hält.

Schritt 6: Manuelle Bedienung und Abschaltung mitprüfen

Wählen Sie jetzt über Touch oder App eine andere Lichtstimmung. Prüfen Sie den Parameter Met der Lichtsteuerung: Er bestimmt die Nachlaufzeit zur automatischen Abschaltung nach manueller Bedienung und startet nach Ende von Bewegung beziehungsweise Präsenz. Der dokumentierte Standardwert beträgt 3600 Sekunden. Der Wert 0 deaktiviert diese automatische Abschaltung – er bedeutet nicht „sofort aus“.

Auch manuelles Ausschalten verdient einen Test. Pto steuert die zeitweise Unterdrückung der Präsenz- beziehungsweise Bewegungsautomatik danach. Bei Nutzung von P wird der Parameter laut Dokumentation automatisch auf 0,01 gesetzt; die Automatik wird nach Ende der Präsenz wieder freigegeben. Die Werte eines reinen Mo-Aufbaus sollten Sie deshalb nicht unverändert auf eine P-Konfiguration übertragen.

Prüfen Sie schließlich vorhandene Sperren: DisP deaktiviert die Präsenz- und Bewegungsfunktion. Ein länger anstehendes Signal an Off kann den Baustein sperren. Wenn trotz korrekter Helligkeit und Präsenz nichts geschieht, sind diese Eingänge ebenso relevant wie Sensor und Leuchten.

Schritt 7: Speichern und die Funktionskontrolle durchführen

Speichern Sie das geprüfte Projekt in den Miniserver. Testen Sie anschließend nicht nur in der Konfiguration, sondern mit einer Person im realen Raum. Notieren Sie Ihre Brt-, Präsenznachlauf- und Met-Werte gemeinsam mit dem Ergebnis.

  • Heller Raum, Licht aus: Bei einem Sensorwert deutlich oberhalb von Brt soll Betreten keine automatische Beleuchtung auslösen.
  • Dunkler Raum, Licht aus: Nach Rückkehr in den freigegebenen Automatikzustand soll neue Präsenz die zugeordnete Grundlichtstimmung aktivieren.
  • Raum weiterhin genutzt: Beobachten Sie P während einer typischen ruhigen Tätigkeit. Das Licht soll nicht unerwartet ausgehen.
  • Raum verlassen, nur Automatik aktiv: Prüfen Sie, wann der Melder P zurücknimmt und die automatische Stimmung endet. Vermeiden Sie dabei neue Bewegung und störende Geräusche.
  • Manuelle Stimmung gewählt: Verlassen Sie den Raum erneut und prüfen Sie die Abschaltung unter Berücksichtigung von Met.
  • Manuell ausgeschaltet: Kontrollieren Sie das Wiederfreigeben der Automatik nach Ende der Präsenz und anschließendem erneuten Betreten.

Passt ein Ergebnis nicht, ändern Sie nur einen Parameter und wiederholen Sie genau diesen Test. Bei unerwünschtem Verhalten können Sie die gesicherten ursprünglichen Einstellungen wiederherstellen. Nach einigen normalen Herbsttagen lohnt ein kurzer zweiter Check bei Sonne, Regen und geschlossener Beschattung.

Passende Sensoren und Leuchten auswählen

Für den hier beschriebenen Aufbau eignen sich die bereits erwähnten Tree-Präsenzmelder. Ob Aufbau oder Deckeneinbau passt, hängt von Montage und Leitungsführung ab. Der folgende Slider zeigt Varianten, keine zusätzlich benötigte Dreierkombination.

Die Automatiklogik ist nicht an eine bestimmte Leuchtenmarke gebunden. Bei Molto Luce oder Faro entscheidet die konkrete Ausführung einschließlich Treiber und Dimmverfahren über die Einbindung. Bei Emilum müssen 24V-Versorgung, Leistungsbedarf und geeignete Steuerung zusammenpassen. Dazu hilft der Ratgeber 24V-Beleuchtung im Smart Home.

Auch Neuheiten ändern diese Grundlagen nicht: Loxone Config & App 17.2 stellt unter anderem Ambient Mode und die Unterstützung des Wall Display 10″ heraus; dies ist nicht mit einer neuen Präsenzlogik gleichzusetzen. Die aktuelle Molto-Luce-Neuheitenübersicht führt unter anderem ROGGA und OTIN LENS 2. Faro stellt seine 2026-Kollektionen vor. Bei der Auswahl bleibt jeweils die technische Produktvariante maßgeblich. Emilums aktuelles 24V-Sortiment umfasst unter anderem Tunable-White-Spots und LED-Streifen; eine neue Markteinführung wird hier nicht vorausgesetzt.

Für dieses Tutorial ist deshalb kein Leuchtenwechsel nötig. Erst wenn Sensorik, Einschaltgrenze und Nachlauf nachvollziehbar arbeiten, lohnt sich die weitere Abstimmung des Lichtbilds. So erhalten Sie eine alltagstaugliche Herbstautomatik statt einer Sammlung unübersichtlicher Zeitwerte.

Quellen und technische Grundlage

Die beschriebenen Anschlüsse und Parameter beziehen sich auf die am 1. Oktober 2026 geprüfte Loxone-Dokumentation. Bezeichnungen können je nach installierter Version abweichen.

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