
Loxone Übergangslicht-Szene einrichten: Tutorial
Im August werden die Abende langsam früher dunkel, während die Nachmittage oft noch hell und warm sind. Eine starre Zeitschaltung passt zu dieser Übergangszeit schlecht. Dieses Tutorial zeigt, wie Sie in Loxone eine Übergangslicht-Szene für Eingang, Wohnbereich und Terrasse einrichten. Molto Luce und Faro liefern Leuchten für Grund- und Akzentlicht, Emilum ergänzt flexible 24V-Lichtlinien.
Das Ziel der Übergangslicht-Szene
Die Szene soll nicht einfach zu einer festen Uhrzeit alle Leuchten einschalten. Sie reagiert auf tatsächliche Helligkeit, Anwesenheit und Nutzung. Wird es an einem bewölkten Nachmittag früh dunkel, steht rechtzeitig Licht bereit. Bleibt der Abend sonnig, startet die Szene später. Beim Wechsel zwischen Terrasse und Wohnraum entstehen keine harten Helligkeitssprünge.
Für das Beispiel werden vier Gruppen verwendet: Eingang, Wohnraum-Grundlicht, Akzentlicht und Terrasse. Hinzu kommen drei Zustände: Spätsommer, Abend und Nacht. Die Bezeichnungen sind frei wählbar, sollten in Loxone Config aber eindeutig und für alle Nutzer verständlich sein.
Schritt 1: Lichtzonen und Nutzung aufnehmen
Gehen Sie den typischen Ablauf am frühen Abend ab. Wo kommt man ins Haus? Welche Tür verbindet Terrasse und Wohnraum? Wo wird gelesen, gegessen oder ferngesehen? Markieren Sie diese Bereiche im Grundriss und ordnen Sie jede Leuchte einer Aufgabe zu. Ein dekorativer Spot kann Atmosphäre schaffen, ersetzt aber kein gleichmäßiges Grundlicht.
Trennen Sie mindestens Eingang, Wohnbereich und Außenplatz elektrisch oder über DALI-Adressen. Innerhalb des Wohnraums sind getrennte Gruppen für Grundlicht und Akzente sinnvoll. Dadurch kann die Szene bei sinkendem Tageslicht zunächst nur Wand- oder Deckenlicht ergänzen, ohne sofort die komplette Abendstimmung zu starten.
Molto Luce Leuchten eignen sich je nach Optik für kontrolliertes Decken- und Wandlicht. Faro ergänzt wohnliche Wand-, Pendel- oder Stehleuchten. Prüfen Sie vor der Auswahl Lichtstrom, Abstrahlwinkel, Blendung, Dimmverfahren und Montageort. Eine Produktfamilie ist nur dann passend, wenn die konkrete Ausführung zur Aufgabe und Steuerung passt.
Schritt 2: Ausgänge und Dimmverfahren dokumentieren
Legen Sie für jede Gruppe einen eindeutig benannten Ausgang an. Notieren Sie, ob die Leuchte geschaltet, phasengedimmt, per DALI gesteuert oder mit 24V PWM gedimmt wird. Diese Verfahren dürfen nicht ohne passende Betriebsgeräte kombiniert werden. Testen Sie jeden Ausgang einzeln, bevor Sie Szenen programmieren.
Ermitteln Sie außerdem die niedrigste stabile Dimmstufe. Manche Treiber flackern unterhalb eines bestimmten Werts oder schalten nicht zuverlässig ein. Verwenden Sie deshalb gemessene und beobachtete Grenzen statt theoretischer Minimalwerte. Speichern Sie Treibertyp, Leistung, Adresse und Dimmgrenze in der Projektdokumentation.
Emilum 24V-Stripes können ein Regal, eine Sitzbank oder eine Schattenfuge indirekt aufhellen. Aluminiumprofil, Abdeckung, Wärmeabfuhr, Leitungslänge und Netzteilreserve gehören zur Planung. Der Stripe bleibt eine eigene Gruppe, damit er in der Übergangsszene zurückhaltend und später am Abend wärmer oder dunkler genutzt werden kann.
Schritt 3: Helligkeit als Freigabe verwenden
Die Außenhelligkeit soll die Szene freigeben, aber nicht bei jeder Wolke nervös umschalten. Verwenden Sie einen geeigneten Helligkeitswert aus der Loxone Installation und legen Sie eine Verzögerung fest. Der Schwellenwert wird im realen Gebäude erprobt, weil Fensterflächen, Ausrichtung, Beschattung und Wandfarben die wahrgenommene Helligkeit stark beeinflussen.
Eine Hysterese verhindert häufiges Ein- und Ausschalten nahe am Grenzwert. Praktisch bedeutet das: Das Licht startet erst, wenn der Wert eine Weile unter der Einschaltschwelle liegt, und endet erst deutlich oberhalb einer zweiten Schwelle. Eine feste Uhrzeit kann zusätzlich den möglichen Zeitraum begrenzen, darf aber die tatsächliche Helligkeit nicht ersetzen.
Schritt 4: Drei Lichtstimmungen anlegen
Erstellen Sie im Baustein Lichtsteuerung drei Stimmungen. Die folgenden Werte sind Startpunkte und müssen vor Ort angepasst werden:
Spätsommer: Wohnraum-Grundlicht 25 Prozent, Akzentlicht 35 Prozent, Eingang 20 Prozent, Terrasse nur bei Nutzung.Abend: Wohnraum-Grundlicht 45 Prozent, Akzentlicht 55 Prozent, Eingang 30 Prozent, Terrasse nach bewusster Aktivierung.Nacht: Wohnraum aus, Akzentlicht aus, Eingang und Laufweg nur kurz auf 10 bis 20 Prozent.
Die Übergangsstimmung soll den Tageslichtverlust ausgleichen, nicht bereits eine dekorative Vollszene darstellen. Helle Wände benötigen oft weniger Licht als dunkle Oberflächen. Prüfen Sie die Szene aus normaler Sitz- und Blickposition; sichtbare Lichtpunkte und Spiegelungen fallen dort stärker auf als beim Stehen unter der Leuchte.
Schritt 5: Anwesenheit und Bedienung kombinieren
Anwesenheit kann die freigegebene Szene aktivieren, sollte aber nicht jede Zone automatisch einschalten. Bei Bewegung am Eingang genügt zunächst der Eingang. Im Wohnraum kann Präsenz die Stimmung Spätsommer aufrufen, sofern die Helligkeitsbedingung erfüllt ist. Die Terrasse bleibt bewusst per Taster oder App wählbar, damit ein Sensor nicht bei jeder Bewegung hinter der Scheibe reagiert.
Ein kurzer Tastendruck ruft die bevorzugte Stimmung auf, ein weiterer wechselt zur Abendstimmung. Eine klar erreichbare Aus-Funktion bleibt erhalten. Wenn jemand bewusst heller schaltet, darf die Automatik diese Wahl nicht nach wenigen Sekunden überschreiben. Verwenden Sie eine sinnvolle manuelle Übersteuerungszeit und dokumentieren Sie deren Ende.
Schritt 6: Faro und Molto Luce passend gruppieren
Für das Grundlicht sind breit oder kontrolliert abstrahlende Molto Luce Leuchten eine mögliche Basis. Faro Leuchten können Leseplatz, Esstisch oder Wand wohnlicher akzentuieren. Entscheidend ist die Gruppierung nach Lichtaufgabe, nicht nach Hersteller. Zwei Leuchten derselben Familie können unterschiedlichen Szenen angehören, wenn sie verschiedene Bereiche bedienen.
Dimmbare Leuchten benötigen ein kompatibles Betriebsgerät. Bei DALI werden Adressen und Gruppen vor dem Szenentest geprüft. Bei phasendimmbaren Leuchten müssen Mindestlast und Dimmprinzip passen. Produktfreigaben und Datenblätter haben Vorrang vor allgemeinen Planungsideen.
Der erste Product Slider zeigt mögliche Leuchten für flächiges und wohnliches Innenlicht. Er ist eine Auswahlhilfe, keine fertige Lichtberechnung. Raummaße, Reflexionsgrade und gewünschte Beleuchtungsstärke bleiben projektspezifisch.
Schritt 7: Emilum 24V-Licht integrieren
Eine indirekte 24V-Linie kann den Übergang zwischen Tageslicht und Abend besonders weich gestalten. Ordnen Sie den Emilum Stripe einem eigenen Kanal zu und begrenzen Sie die maximale Helligkeit in der Stimmung Spätsommer. Direkt sichtbare LED-Punkte wirken unruhig; ein tiefes Profil und eine passende Abdeckung sorgen für ein gleichmäßigeres Lichtbild.
Bei Tunable White darf die Lichtfarbe mit fortschreitendem Abend wärmer werden. Vermeiden Sie abrupte Sprünge. Versorgung, Dimmer und Stripe müssen elektrisch zusammenpassen, und die Gesamtleistung braucht Reserve. Netzteile bleiben belüftet und zugänglich. Arbeiten an Netzspannung gehören zur Elektrofachkraft.
Loxone Komponenten, Emilum 24V-Licht und geeignete Sensorik bilden den zweiten Product Slider. Prüfen Sie Kanalzahl, Leistung, Leitungslänge und Spannungsfall vor der Bestellung.
Schritt 8: Terrasse und Nachtzustand absichern
Die Terrasse erhält eine eigene Freigabe. Bei geöffneter Tür kann ein niedriges Orientierungslicht sinnvoll sein, die komplette Terrassenszene startet jedoch bewusst. Nach einer festgelegten Zeit wird sie reduziert oder beendet. So bleibt Außenlicht nicht unbemerkt bis zum Morgen aktiv.
Im Nachtzustand reagieren nur relevante Laufwege. Eingang und Flur dürfen kurz auf niedriger Helligkeit starten, dekorative Fassaden- und Wohnakzente bleiben aus. Sensorbereiche werden so eingestellt, dass Tiere, Pflanzen oder Bewegungen hinter Glas möglichst keine unnötigen Schaltungen auslösen.
Schritt 9: Testen und fein abstimmen
Testen Sie die Szene an einem hellen und an einem bewölkten Abend. Beobachten Sie den Übergang mindestens dreißig Minuten. Achten Sie darauf, ob Licht zu früh sichtbar wird, ob der Raum zwischen zwei Stufen zu dunkel wirkt und ob manuelle Änderungen erhalten bleiben. Prüfen Sie außerdem den Blick von Terrasse zu Wohnraum und umgekehrt.
Simulieren Sie Heimkommen, Aufenthalt im Wohnraum, Öffnen der Terrassentür und den Wechsel in den Nachtmodus. Nach einem Stromausfall muss ein definierter Zustand wiederhergestellt werden. Speichern Sie anschließend die geprüfte Konfiguration und notieren Sie Schwellen, Verzögerungen, Dimmwerte und Übersteuerungszeiten.
Typische Fehler
- Eine feste Uhrzeit ohne Helligkeitsbedingung verwenden.
- Alle Innen- und Außenleuchten in einer einzigen Gruppe zusammenfassen.
- Helligkeitswerte ohne Verzögerung oder Hysterese auswerten.
- Manuelle Bedienung sofort durch die Automatik überschreiben.
- LED-Stripes ohne Profil, Kühlung oder Netzteilreserve montieren.
- Dimmverfahren und Treiber nicht vorab prüfen.
- Die Szene nur in Loxone Config und nicht im realen Abendlicht testen.
Checkliste für die Inbetriebnahme
- Sind Eingang, Grundlicht, Akzentlicht und Terrasse getrennt?
- Wurden alle Ausgänge einzeln getestet?
- Sind Ein- und Ausschaltschwelle mit Verzögerung eingerichtet?
- Bleibt eine manuelle Wahl ausreichend lange aktiv?
- Sind Dimmverfahren, Treiber und Leuchten kompatibel?
- Wurde das Licht aus sitzender Position auf Blendung geprüft?
- Endet Terrassenlicht zuverlässig?
- Sind Schwellen, Dimmwerte und Adressen dokumentiert?
Fazit
Eine gute Übergangslicht-Szene folgt dem tatsächlichen Tageslicht und bleibt dennoch ruhig. Getrennte Zonen, verzögerte Helligkeitsschwellen und verständliche manuelle Bedienung verhindern hektisches Schalten. Molto Luce und Faro decken architektonisches Grund- und wohnliches Akzentlicht ab, Emilum ergänzt indirekte 24V-Linien. Loxone verbindet diese Gruppen mit Anwesenheit, Tageszeit und Nachtbetrieb.
Wer reale Dimmgrenzen prüft und mehrere Abende für die Feinabstimmung nutzt, erhält eine Szene, die im Spätsommer ebenso funktioniert wie in den dunkleren Wochen. smarthome-beleuchtung.de unterstützt bei Leuchtenauswahl, DALI-, 24V- und Loxone-Planung sowie bei der Abstimmung mit der Elektrofachkraft.
Autor: Roman – Experte für hochwertige Lichtplanung, smarte Steuerung, DALI und architektonische Designerleuchten.
Quellen: Loxone Knowledge Base zur Beleuchtungssteuerung und Präsenz; offizielle Herstellerinformationen von Molto Luce, Faro und Emilum; Produktfeed von smarthome-beleuchtung.de, geprüft am 08.08.2026.











