
DALI DT6 oder DT8: Tunable White richtig planen
Eine Leuchte kann dimmbar sein, ohne ihre Lichtfarbe ändern zu können. Für Tunable White über DALI müssen Leuchte, Betriebsgerät und Steuerung dieselbe Farbsteuerung unterstützen. Entscheidend ist deshalb nicht allein das Wort „DALI“ auf dem Angebot, sondern die konkrete Ausführung – insbesondere DT8 mit dem Farbtyp Tc.
Die kurze Antwort: Helligkeit ist nicht Lichtfarbe
DT6 bezeichnet LED-Betriebsgeräte nach IEC 62386-207. Sie werden zur Helligkeitssteuerung von LED-Modulen eingesetzt. Die Bezeichnung allein verspricht keine unabhängig einstellbare Farbtemperatur. DT8 betrifft dagegen die Farbsteuerung nach IEC 62386-209. Für veränderbares Weiß ist der Farbtyp Tc, also die Farbtemperatursteuerung, relevant.
Auch „DT8“ ist noch keine vollständige Kaufbeschreibung: Die DALI Alliance unterscheidet unter anderem Tc, RGBWAF und xy. Ein Betriebsgerät für RGB-Farbsteuerung ist nicht allein wegen seiner DT8-Bezeichnung automatisch das richtige für einen zweikanaligen Tunable-White-Streifen.
| Geplante Funktion | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|
| Festes Weiß heller oder dunkler stellen | Dimmbares LED-Betriebsgerät; DT6 ist eine mögliche DALI-Ausführung |
| Weiß zwischen warm und kühl verändern | Tunable-White-Lichtquelle, passendes Betriebsgerät und Unterstützung von DT8(Tc) in der Steuerung |
| RGB- oder RGBW-Farben einstellen | Passende Farbkanäle und ausdrücklich unterstützter DT8-Farbtyp |
| Beim Dimmen automatisch wärmeres Licht erhalten | Dim-to-Warm-Verhalten der Lichtquelle prüfen; das ist nicht dasselbe wie frei wählbares Tunable White |
Warum eine DALI-Adresse nicht die Anzahl der LED-Ausgänge verrät
Busadresse und elektrische Ausgangskanäle beschreiben unterschiedliche Ebenen. Die DALI-Adresse identifiziert ein Betriebsgerät auf der Steuerseite. Die Ausgänge versorgen beziehungsweise dimmen die angeschlossenen LED-Kanäle. Bei Tunable White werden typischerweise ein warmer und ein kühler Weißkanal gemischt.
Ein DT8-Tc-Betriebsgerät kann diese Mischung intern verwalten. Die Steuerung gibt dann Helligkeit und gewünschte Farbtemperatur vor, statt zwei Weißkanäle wie zwei unabhängige Leuchten bedienen zu müssen. Wie viele Adressen, Gruppen oder unabhängige Lichtzonen ein konkretes mehrkanaliges Gerät anbietet, muss trotzdem in dessen Dokumentation stehen. Aus „vier Ausgänge“ folgen nicht automatisch vier unabhängig regelbare Tunable-White-Zonen.
Der Unterschied zur direkten PWM-Planung ist wichtig: Dort werden die Weißkanäle am Dimmer geplant. Bei DALI kommt zusätzlich die Frage hinzu, welches Steuerkommando das Betriebsgerät versteht. Die Grundlagen der elektrischen Kanalzahl erklärt unser Vergleich von Dim-to-Warm und Tunable White.
Steuerung und Betriebsgerät getrennt auswählen
In einer Loxone-Anlage verbindet eine DALI Extension die Gebäudeautomation mit dem DALI-Strang. Sie ist nicht automatisch das Leistungsnetzteil für einen 24-V-LED-Streifen. Dahinter wird ein zur Lichtquelle passendes Betriebsgerät benötigt.
Die im Shop geprüfte DALI Extension ist für bis zu 64 DALI-Geräte und 16 Gruppen beschrieben. Daneben gibt es eine Ausführung für zehn Geräte. Diese Kapazitätsangaben beantworten nicht für sich genommen jede Frage zur Farbsteuerung. Für das Projekt sind zusätzlich Hardwarestand, Softwarestand und Unterstützung des benötigten Farbtyps abzugleichen.
Der Emilum DALI-DT8-PWM-Dimmer ist dagegen ein Betriebsgerät mit PWM-Ausgängen für 12–24 V. Die Produktbeschreibung nennt Tunable White und RGBW. Vor der Kombination sind Betriebsmodus, Kanalzuordnung und elektrische Last zu prüfen. Ein anderes DALI-Zubehör ist nicht automatisch ein gleichwertiger Ersatz: Bei der gezeigten Molto-Luce-Tunable-White-Steuerung bleibt die Zuordnung zum vorgesehenen Betriebsgerät maßgeblich.
Eine wichtige Einzelheit steht erst im Emilum-Datenblatt: Der E10078 wird im Modus DT8 RGBW ausgeliefert. Für Tunable White ist der entsprechende Betriebsmodus zu wählen; das Datenblatt EMI001 vom 15.11.2023 beschreibt die Umschaltung über DIP-Schalter 1. Diese Einstellung und die Anschlusszuordnung sind bei der fachgerechten Inbetriebnahme anhand der zum Gerät gehörenden Unterlagen zu kontrollieren. Ein erkannter DALI-Teilnehmer allein bestätigt noch nicht den richtigen Farbmodus.
Für eine drahtlose Anbindung an Loxone ist außerdem DALI Air eine eigene Geräteklasse. Auch hier bleiben die unterstützten Farbtypen, Betriebsarten und Projektgrenzen vorab zu prüfen.
Die folgenden Produkte zeigen diese verschiedenen Aufgaben im System. Sie sind keine pauschal freigegebene Komplettkombination.
Ein Tunable-White-Streifen ist noch keine DALI-Leuchte
Ein 24-V-CCT-Streifen hat zunächst LED-Kanäle und elektrische Anschlussbedingungen, keine eigene DALI-Adresse. DALI-fähig wird der Aufbau erst über das passende Betriebsgerät. Dazu kommen eine geeignete Konstantspannungsversorgung, zulässige Leitungslängen und die Lastgrenzen pro Ausgang sowie insgesamt.
Beispielsweise unterscheiden sich der Emilum-Flex-Streifen mit 2700/6000 K und der COB-CCT-Streifen mit 2200/5700 K bereits im angegebenen Weißbereich. Auch die gezeigte 24-V-Pendelleuchte benötigt eine passende Ansteuerung. Diese Produkte lassen sich daher nicht einfach an die beiden DALI-Busadern anschließen.
Die folgenden Lichtquellen sind Beispiele für die Lastseite. Spannung, Leistung und Anschlussbelegung müssen mit dem gewählten Treiber übereinstimmen. Für Montage, Einspeisung und Profile hilft der ergänzende LED-Streifen-Planungsratgeber.
Diese Angaben gehören vor der Bestellung ins Angebot
Lassen Sie sich nicht nur „DALI dimmbar“, sondern die gesamte Funktionskette nennen:
- Lichtquelle: festes Weiß, Dim-to-Warm, Tunable White oder RGBW; bei Tunable White der tatsächliche Kelvinbereich.
- Betriebsgerät: Hersteller, Artikelnummer, Ausgangsart und unterstützter DT8-Farbtyp.
- Steuerung: bestätigte Unterstützung genau dieses Farbtyps und der vorgesehenen Betriebsart.
- Dimensionierung: elektrische Last je Kanal, Gesamtlast, Netzteil und Einspeisung.
- Abnahme: Helligkeit und Farbtemperatur müssen getrennt bedienbar sein, wenn unabhängiges Tunable White bestellt wurde.
Ein sinnvoller Funktionstest prüft mehrere Helligkeiten jeweils mit warmem und kühlem Weiß. Ändert sich die Lichtfarbe nur gemeinsam mit der Helligkeit, ist die zugesagte unabhängige Farbtemperatursteuerung damit noch nicht nachgewiesen. Das ist eine Prüfanleitung für die Abnahme, kein von uns durchgeführter Gerätetest.
Die Kaufentscheidung lautet also: Für veränderbares Weiß nicht nur nach einem DALI-Dimmer suchen, sondern nach einer bestätigten Kette aus Tunable-White-Lichtquelle, geeignetem Betriebsgerät und passender Farbsteuerung. Einen Überblick über die Systemebenen bietet der Ratgeber Loxone, DALI, Casambi und 24 V kombinieren.
Quellen und redaktioneller Stand
Autor: SHB-Redaktion. Stand: 28. Oktober 2026. Dokumentationsbasierte Auswahlhilfe, kein eigener Hardwaretest.
- DALI Alliance: IEC 62386, Zuordnung von DT6 und DT8
- DALI Alliance: Farbtypen Tc, RGBWAF und xy
- Emilum: Datenblatt E10078, EMI001 vom 15.11.2023, über den Download der verlinkten Produktseite geprüft.
- Aktuelle Produktbeschreibungen und technische Angaben der verlinkten SHB-Artikel, geprüft am 28. Oktober 2026.

















